Strahlenschutz

AKW_europaViele davon sind veraltet und/oder verfügen über keine Schutzhülle (Bohunice /Slowakei, Mochovce/ Slowakei, Dukovany/ Tschechische Republik), die im Falle einer Kernschmelze den Austritt von radioaktivem Material verhindern würde. Atomkraftwerke sind hoch komplexe Anlagen, technische und menschliche Fehler können niemals 100% ausgeschlossen werden.
Ein einziger Fehler jedoch genügt, um weite Teile Mitteleuropas für viele Jahre unbewohnbar zu machen.

 

 

Strahlenalarm – Wie erfahren wir von einem Unglück?

Der Super-Gau in Tschernobyl hat gezeigt, dass politische Interessen wichtiger waren, als die schnelle Information der europäischen Öffentlichkeit. So hat Europa erst Tage nach dem Unglück davon erfahren, als die radioaktive Wolke bereits auf dem Weg zu uns war.

Das Frühwarnsystem:
Damit das nie wieder passiert, verfügt Österreich über eines der modernsten Frühwarnsysteme weltweit. 340 Messstationen und 10 Luftmonitore in Grenznähe messen ununterbrochen die Strahlung in der Luft. (die Werte können laufend eingesehen werden auf der Teletext-Seite 623 des ORF)
Wird dabei ein erhöhter Wert gemessen, wird sofort Strahlenalarm gegeben?

Strahlenalarm – Wie klingt der?

Wie bei anderen Katastrophen auch, wird die Österreichische Bevölkerung auch im Falle eines Reaktorunglücks mithilfe der drei Zivilschutzsirenensignale „Warnung“, „Alarm“ und „Entwarnung“ informiert. Link zu Warnung und Alarmierung mit akustischen Signalen

Strahlenalarm – Was passiert?

Wenige Minuten nach der Alarmierung sind zehntausende Profihelfer, Mitarbeiter der Einsatzorganisationen, der Polizei und des Bundesheeres im Einsatz. Ihre Arbeit wird durch detaillierte Alarmpläne geregelt. Die Koordination der Schutzmaßnahmen erfolgt durch das im Bundesministerium für Inneres eingerichtete staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM).
Der österreichische Strahlenschutz ist international anerkannt.
Trotzdem kann nicht gleichzeitig an jedem Ort ein ausgebildeter Helfer zur Stelle sein. Im Fall einer Katastrophe sind Sie möglicherweise – zumindest für kurze Zeit – auf sich gestellt.


Strahlenalarm – Das müssen Sie tun:

Vor dem Durchzug der radioaktiven Wolke:

 

  • Im Freien befindliche Gegenstände (Spielsachen, Wäsche etc.) und Haustiere ins Haus bringen.
  • Nachbarn verständigen, denken Sie an Kinder und Hilfsbedürftige.
  • Wohnung oder andere schützende Räumlichkeiten aufsuchen.
  • Radio / TV (ORF) einschalten
  • Alle Fenster und Türen schließen, Lüftungen abschalten.
  • Wenn vorhanden, Schutzfiltersysteme einschalten
  • Zugluft vermeiden, auf Kaminöffnungen und Entlüftungssysteme achten, da hier Luft von außen eindringen kann.
  • Insbesondere bei alten Fenstern und Türen die Fugen mit breiten Klebestreifen verkleben, nach einiger Zeit für Frischluftzufuhr aus angrenzenden Räumen sorgen.
  • Kaliumjodid-Tabletten vorbereiten und bei behördlicher Empfehlung einnehmen.


Während des Durchzugs der radioaktiven Wolke:

 

  • Aufenthalt im Freien meiden, um möglichst wenig mit dem Fallout (radioaktiver Staub der mit dem Wind zu uns getragen wird) in Kontakt zu kommen.
  • Bei behördlicher Empfehlung Kaliumjodid-Tabletten einnehmen.
  • Staubabsorbierende Raumfilter oder, wenn vorhanden, spezielle Strahlenschutzfilter für Wohnungen verwenden.
  • Längeren Aufenthalt unmittelbar vor Fenstern wegen erhöhter Strahlenbelastung meiden.
  • Bei unbedingt notwendigem, längerem Aufenthalt im Freien sollte leicht zu reinigende Kleidung mit glatten Oberflächen (Regenschutz) und ein Mund-/ Nasenschutz (Feinstaubmaske) getragen werden.
  • Bei kürzeren Aufenthalten im Freien (z.B. Heimweg von der Schule oder vom Arbeitsplatz) können auch vor Mund und Nase gehaltene (feuchte) Tücher als Atemschutz verwendet werden.
  • Vor dem Betreten der Wohnung Schuhe und Oberbekleidung vor der Eingangstüre ablegen und später durch Abbrausen oder feuchtes Abwischen vom radioaktiven Staub reinigen.
  • Räumlichkeiten mit massivem Mauerwerk und wenigen Fenstern bevorzugen. Dachausbauten, Veranden, Holzhäuser etc. aufgrund der geringen Abschirmwirkung meiden.

 

Quelle: Salzburger Zivilschutzverband